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International Safety Management Code
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Der International Safety Management Code, vollständig International Management Code for the Safe Operation of Ships and for Pollution Prevention, oder abgekßrzt ISM-Code wurde 1993 von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization, IMO) verabschiedet und unterstßtzt den Aufbau einer Sicherheitskultur in der Seeschifffahrt. Seit dem 1. Juli 1998 ist er Pflicht fßr alle Schiffe in der internationalen Seefahrt. Er ist in der International Convention for the Safety of Life at Sea (SOLAS) Kapitel IX ausgefßhrt.
Contents
⢠Ziele
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Ziele
Der Code legt MaĂnahmen zur Organisation eines sicheren Schiffsbetriebs fest und schreibt vor, dass jeder SchiffseigentĂźmer, jede andere Person, sei es Manager oder Charterer, oder Unternehmen, das ein Schiff betreibt, fĂźr eben jenes ein sogenanntes âSafety Management Systemâ (SMS) zu verfassen hat.
Es liegt dann im Aufgabenbereich des Unternehmens, die in diesem Code festgelegten Vorgehensweisen und Ziele mit Hilfe einer geeigneten internen Strategie durchzusetzen und die DurchfĂźhrung auch zu ĂźberprĂźfen. RegelmäĂig geschieht dies durch die EinfĂźhrung von Verfahrensanweisungen und Checklisten, die dann an Bord auszufĂźllen sind. Dazu wird in jeder Reederei eine âDesignated Person Ashoreâ (DPA) benannt, die direkten Zugang zum gehobenen Management haben sollte.
Alle vom ISM-Code geforderten Prozeduren werden dokumentiert und im Safety Management Manual, von dem sich auch an Bord eine Kopie befinden muss, zusammengetragen.
Die International Convention for the Safety of Life at Sea verlangt in ihrer Fassung seit 1995 (âSOLAS 95â), dass die Reedereien den ISM-Code einhalten. Die Kontrolle erfolgt durch Besichtiger der Hafenstaatkontrolle oder des Flaggenstaates und der Klassifikationsgesellschaften und bei Abweichungen kann ein Schiff bis zum Abstellen der Mängel am Auslaufen zur Weiterfahrt gehindert werden.cite-ref-5[5] Die Instandhaltung in der Seeschifffahrt wird durch Vorschriften des ISM-Codes und auch der Klassifikationsgesellschaften geregelt. Der ISM-Code fordert im Element 10 von den Reedereien die Umsetzung eines Systems von VorsorgemaĂnahmen, die das Schiff in einem regel- und vorschriftengerechten Zustand erhalten.cite-ref-6[6]
Der ISM-Code und die Hafenstaatkontrolle, Gesetzgebung und Versicherer in Deutschland
FĂźr den Schutz der Beschäftigten in der deutschen Seeschifffahrt erfolgt die weitere Ausgestaltung des ISM-Code auch durch ergänzende nationale gesetzliche Regelungen zu den Arbeitsbedingungen (Betriebsverfassungsgesetz). Ein Seemann muss als eine Bedingung zur Bemannung eines Schiffes gemäà ISM-Code 6.2 z. B. die Anforderung âcertificated and medically fit seafarers in accordance with national and international requirementsâ erfĂźllen, was in Deutschland durch die Seediensttauglichkeitsverordnung (SeeDTauglV) i. V. m. dem Seemannsgesetz (SeemG) bzw. durch die nachfolgende MariMedV i. V. m. dem Seearbeitsgesetz (SeeArbG) geregelt wurde und als Nachweis der Seediensttauglichkeit durch ein gĂźltiges Seediensttauglichkeitszeugnis dokumentiert wird.
Zur rechtssicheren Beschreibung festgestellter Mängel am Schiffszustand sowie bzgl. der Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord wird von der international tätigen Hafenstaatkontrolle in Europa eine âList of Paris MoU deficiency codesâ verwendet â eine Art âtechnischer Diagnose-Codeâ, der in seiner jeweils gĂźltigen Fassung verĂśffentlicht wird.cite-ref-7[7] Abhängig davon wie gefährlich die festgestellten Abweichungen vom ISM-Code sind, kĂśnnen die "Port State Control Officers" ("PSCO") entweder Auflagen mit Fristsetzungen erteilen oder die Weiterfahrt des betreffenden Schiffes ganz untersagen. Den Schwerpunkt der Tätigkeit eines âPort State Control Officersâ (PSCO) beschreibt Lloydâs Register 1998 so, dass ein PSCO sich davon Ăźberzeugen mĂśchte dass: âthe crew and the overall condition of the ship, including the engine room and accomodation and including hygienic conditions, meets generally accepted international rules and standardsâ und fĂźhrt in diesem Zusammenhang aus, dass der ISM-Code â⌠could be called the International âShow Meâ Code.âcite-ref-8[8]cite-ref-9[9] Die Europäische Union verĂśffentlichte 2009 eine "Richtlinie Ăźber die Hafenstaatkontrolle", um eine vereinheitlichte Vorgehensweise bei der Kontrolle der Wirksamkeit des ISM-Codes sicherzustellen.cite-ref-10[10]
Der Begriff âSeetĂźchtigkeitâ beinhaltet laut Fachkreisen die Einhaltung der Vorschriften des ISM-Codes sowie deren ĂberprĂźfung mittels der Hafenstaatkontrolle durch die Berufsgenossenschaft.cite-ref-11[11]
Der ISM-Code und der Wartungszustand der Schiffe, Fatigue, Unfallverhßtung und Notfallpläne
Im âTransportworkshop 2000â wurde im Vortrag âDie Forderungen des International Safety Management â Code und Auswirkungen auf den Seetransportâ mit Kurzdarstellung des ISM-Code im Fazit ausdrĂźcklich dokumentiert: âOb wir wollen oder nicht, ab Mitte 2002 werden in der Seeschifffahrt alle Gerichts- und Seeamtverhandlungen vor dem Hintergrund des ISM-Code entschieden werden. Die schlechtere Beweislage fĂźr die Verfrachter bzw. Eigner oder Charterer sollte diese nicht beunruhigen oder gar zur EinfĂźhrung von oberflächlichen Safety Management Systemen verleiten, denn ein korrekt gefĂźhrtes Unternehmen wird sich durch die EinfĂźhrung des ISM-Code nicht verschlechtern und die Substandardunternehmen sollten mit voller Absicht dazu gezwungen werden sich zu bewegen oder aus dem Markt zu verschwinden.â Insgesamt soll der ISM-Code durch seine konsequente Umsetzung durch mehr Transparenz in den Betriebsabläufen, durch das Sicherheitsmanagement, durch kontrollierte Wartung und Instandhaltung und durch die Kontrolle der Qualifikation von Besatzung und SchiffsfĂźhrung zu mehr Sicherheit und Qualität fĂźr alle see- und landseitig beteiligten Seiten in der weltweiten Seeschifffahrt verhelfencite-ref-12[12]
Der ISM Code gilt international als eines der weitreichendsten Instrumente, das die IMO bisher erarbeitet hat und wurde in der 2003 in deutscher Sprache verĂśffentlichten Hochschulschrift âZur Ermittlung von Unfallursachen und begĂźnstigenden Faktoren fĂźr Unfälle in der Seeschiffahrtâ ebenfalls beschrieben.cite-ref-13[13] Traditionell wurden UnfallverhĂźtungsvorschriften fĂźr Unternehmen der Seefahrt in Deutschland als âUVV Seeâ auch in der Deutschen Nationalbibliothek verĂśffentlicht.cite-ref-14[14]
Bei Unfällen mit Personenschaden ist die von dem gesetzlichen Unfallversicherungsträger BG Verkehr auch online herausgegebene DGUV Vorschrift 84 â UnfallverhĂźtungsvorschrift Seeschifffahrt â ein wichtiges Dokument und es enthält in Anlage 1 âSchifffahrtsrechtliche Arbeitsschutzvorschriftenâ neben einer Vielzahl von zu beachtenden nationalen und internationalen Rechtsquellen auch den sehr bedeutsamen ISM-Code, denn bei Seeleuten kann die tatsächliche Ursache fĂźr einen eventuellen Arbeitsunfall grundsätzlich auch in RechtsverstĂśĂen âDritterâ gegen den ISM-Code und damit im Zusammenhang stehender Vorschriften und oftmals im Bereich Seafarer Fatigue liegen.cite-ref-15[15]
Notfallpläne nach ISM-Code sind auch gemäà âHandbuch Schiffssicherheitâ -dort im Zusammenhang mit sogenanntem âPerson-Ăźber-Bord-Unfallâ (siehe auch: Scharnow-Turn) dokumeniert- ein notwendiger Bestandteil zur Minimierung von Personenverlusten und ErhĂśhung der Ăberlebenschancen im Seenot-Fall.cite-ref-16[16]
Literatur
⢠Der internationale Sicherheitsmanagement Code (ISM Code): fĂźr einen sicheren Schiffsbetrieb und zur VerhĂźtung der Meeresverschmutzung / Bundesministerium fĂźr Verkehr (1994) â DNB bibliografischer Nachweis unter: http://d-nb.info/113647725X
⢠Holger Vajen: Entwicklung geeigneter Management-Verfahren fĂźr die Umsetzung des ISM-Codes âŚ(betriebliche Handlungshilfe fĂźr branchenspezifische Gefährdungsbeurteilungen - Schriftenreihe der Bundesanstalt fĂźr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschung, Fb 1050); Hrsg.: BAuA Dortmund, Berlin, Dresden 2005, Verlag: Wirtschaftsverlag NW, Bremerhaven 2005 - bibliographischer Nachweis unter DNB 977898342.
Weblinks
⢠ISM-Code und die IMO - Human Element, Safety Management mit Link zum Datensatz unter: https://www.imo.org/en/OurWork/HumanElement/Pages/ISMCode.aspx
⢠BG Verkehr - ISM Code, Seemann und DEUTSCHE FLAGGE ( Stand 2021) unter: https://www.deutsche-flagge.de/de/sicherheit/ism-code
⢠ISM-Code im Katalog Deutsche Nationalbibliothek -DNB- mit Link zum Datensatz unter: http://d-nb.info/gnd/4537435-1
⢠ISM-Code ist Thema in Anlage 1 SCHIFFFAHRTSRECHTLICHE ARBEITSSCHUTZVORSCHRIFTEN in der DGUV Vorschrift 84 - Unfallverhßtungsvorschrift Seeschifffahrt - Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung mit Link zum Datensatz unter: https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1639 .... sowie unter ... https://publikationen.dguv.de/regelwerk/publikationen-nach-fachbereich/verkehr-und-landschaft/seeschifffahrt/1639/unfallverhuetungsvorschrift-seeschifffahrt?c=44
⢠ISM-Code im Admiralty and Maritime Law Guide mit Link zum Datensatz http://www.admiraltylawguide.com/conven/ismcode1993.html
Einzelnachweise
cite-note-11. â Spiegel - Online-Beitrag "Arbeitsleben von Seeleuten GroĂer Pott, groĂe Depression", 5. Oktober 2017, unter: https://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/arbeit-von-seeleuten-uebermuedung-depression-psychosen-a-1164312.html
cite-note-22. â Welt - Beitrag: "Isolation, Stress, Gewalt â das knallharte Arbeitsleben auf hoher See", 1. Januar 2020, unter: https://www.welt.de/wirtschaft/article204687112/Schifffahrt-Seeleute-leiden-unter-Arbeitsbedingungen-auf-Frachtschiffen.html
cite-note-33. â Ziel von âPort State Controlâ ist die Eliminierung von âsub-standard shipsâ - verĂśffentlicht unter https://www.parismou.org/about-us/organisation
cite-note-44. â âInspection Results Deficienciesâ siehe unter https://www.parismou.org/inspection-search/inspection-results-deficiencies Link abgerufen am 6. Juli 2021
cite-note-55. â Norbert G. Erles: Abschnitt 13 â Vorschriften, Seite 1037 und 1038. Als Mitautor mit Autoren-Vitae auf Seite 1054 in: (Hrsg.) Hansheinrich Meier-Peter (GlĂźcksburg), Frank Bernhardt (WarnemĂźnde): Handbuch Schiffsbetriebstechnik, Seehafen Verlag, Hamburg, 2. Aufl. 2008 â bibliographischer Nachweis unter DNB 989879844 .
cite-note-66. â Frank Bernhardt, Christian Scharfetter: Abschnitt 11 â âInstandhaltungâ, Seite 1010. Als Mitautoren mit Autoren-Vitae auf Seite 1053 und 1057 in: (Hrsg.) Hansheinrich Meier-Peter (GlĂźcksburg), Frank Bernhardt (WarnemĂźnde): Handbuch Schiffsbetriebstechnik, Seehafen Verlag, Hamburg, 2. Aufl. 2008 â bibliographischer Nachweis unter DNB 989879844 .
cite-note-77. â Aktuelle âList of Paris MoU Deficiency Codesâ on âPort State Controlâ â VerĂśffentlichungen unter Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 28. Juli 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.parismou.org bzw. seit 2022 unter https://parismou.org/publications?field_news_category_target_id=5
cite-note-88. â Lloydâs Register â LR Technical Association (Hrsg.): Port State Control : The Substandard Ship, Paper No 1, Session 1998-1999. Selbstverlag, 71 Fenchurch Street, London EC3M 4BS 1998, S. 11â14.
cite-note-99. â Lloyd's Register Technical Association - DNB bibliografischer Nachweis unter: [1]
cite-note-1010. â "Richtlinie Ăźber die Hafenstaatkontrolle" - DNB bibliografischer Nachweis unter http://d-nb.info/gnd/1096119986
cite-note-1111. â âMS Methusalemâ: See- und LadungstĂźchtigkeit, Vortrag von Herrn Dr. Tobias Eckardt, Ahlers & Vogel, unter https://www.tis-gdv.de/tis/tagungen/svt/svt07/eckardt/inhalt02.htm/ Link abgerufen am 6. Juli 2021
cite-note-1212. â âTransportworkshop 2000â, Vortrag âDie Forderungen des International Safety Management â Code und Auswirkungen auf den Seetransportâ von A.LĂźdicke GAUSS mbH unter https://www.tis-gdv.de/tis/tagungen/workshop/cs/luedicke/luedicke.htm/ Link abgerufen am 30. Juli 2021
cite-note-1313. â ISM-Code in Hochschulschrift âZur Ermittlung von Unfallursachen und begĂźnstigenden Faktoren fĂźr Unfälle in der Seeschiffahrtâ von Jens-Uwe SchrĂśder (2003) mit Link zu diesem Datensatz http://d-nb.info/971583455
cite-note-1414. â âUnfallverhĂźtungsvorschriften fĂźr Unternehmen der Seefahrt : vom 1. Januar 1981, in der Fassung vom 1. Januar 2011 / BG Verkehr, Berufsgenossenschaft fĂźr Transport und Verkehrswirtschaftâ â DNB bibliografischer Nachweis unter http://d-nb.info/1032886110; Nachfolger ist die DGUV Vorschrift 84 im Beitrag unter "Weblinks".
cite-note-1515. â Zu Unfällen mit Personenschaden durch Schlafentzug siehe Publikation: âSeafarer Fatigue: The Importance Of Good Night Sleepâ (Englisch) In: marineinsight | Marine Safety | Last Updated on January 20, 2022 unter https://www.marineinsight.com/marine-safety/seafarer-fatigue-importance-good-night-sleep/ ; Abgerufen am 4. März 2022
cite-note-1616. â Kapitel 6.4 Person-Ăźber-Bord-Unfall, Seite 382 in: âHandbuch Schiffssicherheit: Erkennen, Bewerten, Entscheiden, Handelnâ / Hrsg.: Joachim Hahne; 2. Aufl. 2012, ISBN 978-3-87743-832-9 â DNB bibliografischer Nachweis unter http://d-nb.info/1023883376